Lissabon

Die alternde Diva unter den Weltstädten

 

 

Als Lissabon am 1. November 1755 durch ein großes Erdbeben, einem darauffolgenden Tsunami und dem anschließenden Großbrand nahezu vollständig zerstört wurde,
hat man die Stadt schöner als vorher wieder aufgebaut.
Modernste Verfahren zur Erdbebensicherheit der Häuser und Brandschutzstrategien,

die ein sicheres Gesamtkonzept für eine moderne Stadt bilden,

fanden erstmalig in großem Maßstab Anwendung.
Führende Architekten aus ganz Europa entwarfen eine Stadt,
die zeitlos schön sein sollte.

Doch inzwischen bröckelt die Fassade von einst.
Im Hier und Jetzt des 21.Jahrhunderts ist Lissabon noch nicht angekommen.
Ein Gegensatz, der dieser Stadt einen großen Reiz verleiht
und sich gleich der berühmten Straßenbahn wie ein roter Faden durch alle Gassen zieht,
um den Betrachter in Ihren Bann zu ziehen.

 

 

Kommen wir erstmal an in Lissabon, am besten am Aeroporto de Lisboa,

dem Flugplatz.
Es erwartet den

geneigten Besucher

ein überfüllter Taxistand
und eine saftige Rechnung

für die Fahrt zum Hotel.
Muss aber nicht sein.

 

 

 

Tipp: Einfach in die Metro am Terminal 1 steigen,
Tagesticket (Viva viagem) am Schalter ziehen, und entspannt in die Stadt fahren.
Das wiederaufladbare Ticket kostet 6,50 Euro und ist 24h im gesamten öffentlichen Nahverkehr gültig.
Eine Fahrt mit normalem Ticket kostet 2,80 Euro, bei 3 Fahrten oder Umsteigen

lohnt sich also das Tagesticket schon.
Wer es sehr eilig hat, kann in der Innenstadt an belebten Plätzen z.Bsp.

am Praca do Marques Pombal ein Taxi anhalten.
Hier gilt ein anderer Tarif und egal wo man in Lissabon hin möchte,

die Fahrt wird meist unter 10 Euro bleiben!

 

Tipp: Wer in den häufig gebrauchten Stadtplan, oder besser noch in

Google Maps schaut, sollte immer auch den Geländeverlauf im Blick haben, um zeit und -kraftraubende Überraschungen zu vermeiden.

Beispiel gefällig?

Möchte man in das Herz der Stadt,

dem Praca do Comercio

mit dem beeindruckenden Triumphbogen

Arca da Rua Augusta und dem Nachbau des Königspalastes, muss man an der Metrostation Baixa - Chiado aussteigen.

Es gibt 2 Ausgänge: einer im Stadteil Baixa auf Meeresspiegelhöhe und der andere 150m gegenüber im Stadteil Chiado auf etwa 40m, den man bequem

mit einer Rolltreppe erreichen kann.

Die Ausgänge sind mit Straßennahmen angegeben, man sollte also schon vorher wissen

in welchem Stadteil oder Richtung sich das Ausflugsziel befindet!

 

 

Besonders Baixa, die Unterstadt, ist zentraler Ausgangspunkt

der meisten Unternehmungen in der Stadt:
Will man zum imposanten Kloster Mosteiro dos Jeronimus...

 

 

... oder dem Wahrzeichen der Stadt, dem Torre de Belem,
oder einfach nur vernünftig essen, ist man hier genau richtig.
Die beiden sehr sehenswerten Prachtbauten des 16 Jh. liegen quasi vor den Toren Lissabons
und sind faktisch nur mit der Straßenbahnlinie 15E zu erreichen.

Besonders das Kloster sei an dieser Stelle ans Herz gelegt.

Es offenbart beim Betreten der Basilika und des eintrittspflichtigen Kreuzganges noch mehr, als man ohnehin schon äußerlich erkennen kann und erzeugt einen regelrechten Wow - Effekt!

 

 

Tipp: Frühes kommen sichert gute Plätze, auch beim nahen Seefahrerdenkmal

Padrao dos Descobrimentos, welches ebenfalls direkt am Flussufer liegt.
Die Besuchermassen sind unglaublich und das Gedränge in der Tram auch,

wenn man nicht früh um 10 Uhr hier ist.
Zum Torre de Belem ist es aber an der Haltestelle Belem beim Kloster

noch ein ganzes Stück.
Besser 2 Haltestellen später aussteigen!

 

 

In der Stadt gibt es nur wenige Gebäude

aus der Zeit vor dem Erdbeben: 

Die Cathedrale Sé de Lisboa,

das Castelo de Sao Jorge und

die Ruine Convento do Carmo,

eine halbzerstörte Kirche,

welche als Museum dient.

 

Zum Kastell startet man am Besten

am Praca Figueira:

 

Mit der Metro am Rossio austeigen, kommt man am Praca Figueira zu einer Bushaltestelle.
Die Buslinie 373 fährt den Hügel hinauf durch verwinkelte Gassen bis Castelo. Fertig.
An der mittelalterlichen Festung werden 8,50 Euro Eintritt fällig.
Die Aussicht auf die ganze Stadt von hier fantastisch zu bezeichnen, wäre fast schon eine Untertreibung.

Tipp: Es gibt einen Platz, der Vergleichbares bietet und nichts kostet:

der Miradouro da Senhora do Monte.
24h super Aussicht zum Nulltarif mit der Möglichkeit, den Sonnenuntergang anzusehen

und zu fotografieren -das gibt es nur hier!   (s. Bild 1)

Von diesen Miradouro genannten Aussichsplätzen gibt es noch mehr,
im Verlauf des Artikels werde ich später noch darauf eingehen.

 

Die Cathedrale Sé kann man zu Fuß

am schnellsten von der Metrostation

Baixa - Chiado oder Rossio aus erreichen.

Hier kommt man vom Stadteil Baixa

in den Stadteil Alfama,

der noch stark vom mittelalterlichen Lissabon geprägt ist, weil hier die Zerstörungen des Bebens

am geringsten waren und tendenziell

arme Leute hier wohnen.

Ein Streifzug duch das Viertel lohnt, wer nicht so viel laufen möchte nimmt die Straßenbahn 12E oder die überfüllte Traditionsstrecke 28E

ab Metrostation Martim Moniz.
Vorbei an kleinen, pittoresken Plätzen,

Lago genannt, windet sich die Tram oft zweispurig und abenteuerlich duch enge Straßen und Gassen zum Viertel Graca bergauf und ab.
Die schönsten Bilder habe ich hier gemacht und abends wird es sogar noch besser.

 

Entlang der Rua Augusto Rosa

führt die Straße an der Kathedrale

weiter aufwärts

zum Miradouro Santa Luzia.
Hier steht auch die Kapelle Santa Luzia und einem sehr sehenswerten Azulejo (Wandkachelbild)

mit einer Stadtansicht Lissabons

vor dem Beben! 

 

Etwas weiter am Lago das Portas do Sol

befindet sich ebenfalls ein Aussichtsplatz

mit Blick auf das Viertel,

dem Kloster Sao Vincente de Fora

mit einem weiteren Miradouro

und dem Panteao Nacional.

 

Hierher kommen oft auch Straßenmusiker

und geben melancholisch-schöne Lieder

mit Gitarre oder Mandoline zum Besten,

was die Aussicht nachhaltig unterstreicht

und in ein Erlebnis für alle Sinne verwandelt.

Eine Treppe führt hier an der alten maurischen Stadtmauer

bergab durch die engen Gassen von Alfama.
Liebevoll gestaltete Blumenarrangements

vor Eingangstüren und Müll vor Ruinen wechseln sich ab.

 

An der Rua Adica geht es zum

Lago de Sao Rafael, einem malerischen,

dreieckigen Plätzchen mit Mandarinenbaum.

 

Hier stehen die Reste vom

Torre de Sao Pedro de Alfama,

einem mittelalterlichen Stadttor.

Biegt man hier nach links ab, kommt man zur "Fadostraße" Rua dos Remedios.

Hier findet man den Ursprung des Fado: Restaurants mit traditionellem Essen,

Gesang und Musik. -Ganz viele davon auf einer einzigen Straße!
Geht man aber weiter runter, kommt man zum einstigen Judenviertel Judiaria.
Leider ist der morbide Charme verfallender Viertel hier kaum noch sichtbar,

es lohnt einfach nicht.

 

Entlang der Fadostraße kommt man in östlicher Richtung zu einer Kreuzung,
biegt man in die Straße nach links oben ab, findet man kaum 100m weiter

das Panteao Nacional.
Der Eintritt kostet wie fast überall 7,50 Euro und die Aussicht von der Kuppelterasse

über die östlichen Stadtteile und den Tejo ist das Geld mehr als wert.

 

 

Bergab zum Fluss hin kommt man zur Metrostation Santa Apolonia.
Sie liegt etwas versteckt im Bahnhof Santa Apolonia in einem unscheinbaren,

klassizistischen Gebäude. Mit der Linha Azul kommt man wieder ins Zentrum.

Wenn man Baixa - Chiado aussteigt an der Rua do Crucifico

und in Richtung Rossio läuft,
kommt man direkt am Elevador de Santa Justa,

einem offenen Aufzug aus dem 19.Jh. vorbei,

der Baixa mit dem höhergelegenen Stadteil Chiado verbindet.
Ein Schüler eines gewissen Gustave Eiffel

entwarf seinerzeit dieses schöne Stück klassischer Technik.

 

Sich hier 30 min anzustellen und Geld für die Fahrt

nach oben zu bezahlen, ist allerdings nicht sinnvoll.
In dieser Zeit kann man längst oben sein und das gesparte Geld

im Restaurante Bella Lisa Elevador investieren.

Tipp: Einfach am Elevador auf der gleichnamigen Straße weitergehen

zur darunterkreuzenden Rua do Carmo.
Dann links zur Rua Garrett und gleich die Calcada Sacramento bergauf.

Dort ist der obere Eingang. Dauert keine 7 min und ist nicht allzu anstrengend.
Nach dem wohlverdienten Kaffee kann man für 1,30 Euro eine enge Wendeltreppe

rauf zur Aussichtsplattform.

 

 

Der Blick über die Dächer der Baixa ist beeindruckend:

Hinauf zum Castelo Sao Jorge, an der Cathedrale Sé hinunter

zum Arco da Rua Augusta und schließlich genau nebenan

die Ruine des Convento do Carmo.
Man ließ sie als Mahnmal an das Beben stehen und so steht sie nun, seit 1755.

 

Es gibt noch einige schöne Fleckchen in Lissabon

und einer davon ist die Basilica da Estrela

mit dem davorliegenden Park Jardim da Estrela.

 

Mit der Straßenbahn 25E kommt man ganz einfach

vom Praca do Comercio zur Haltestelle Estrela.

 

Die Basilika ist im Kolonialstil gehalten und ein

Besuch im sehenswerten Park rundet den Tag

und das Gesamtbild ab.

 

Am Abend gibt es viele Bars und Restaurants

in Baixa oder Chiado, die einen Besuch wert sind:

Ganz klassisch das italienische Restaurant

Prima Pasta an der Kreuzung

Rua da Madalena und Rua dos Bacalhoeiros.

Die Karte ist gut lesbar, große Auswahl an Speisen,

der Service stimmt, das Essen lecker und

das Ganze ist auch noch preiswert!

Wer eher ein außergewöhnliches Restauranterlebnis sucht, wird unweit der Metrostation im Stadteil Chiado fündig: an den beiden gegenüberliegenden Kirchen

auf der Largo Chiado vorbei und abbiegen auf die Rua da Misericordia links bergauf.

Hier findet man das Livemusik-Restaurant Wine Lover Bairro Alto.

Es gibt hier tolles Essen, geschmackvolle Musik und gute Sänger.

Das Highlight ist aber nicht eine schwer verständliche, kaum enden wollende Tapaskarte,

sondern der Chef des Restaurants. 

Stellen Sie sich einen Luis de Funés in Hochform vor und lassen Sie sich nicht

vom Äußeren täuschen, der Mann ist so chaotisch, daß er schon wieder genial ist.

Definitiv meine Top-Empfehlung, man muss es gesehen haben!

 

Vorsicht, falls man früh morgens wieder zurück zum Flugplatz muss:

Die Metro beginnt mit dem Fahrplan erst 6:30 Uhr!

Mit einem Taxi geht es schneller für kaum 8 Euro.

 

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