Kreta

Ein Hauch von Mythos

 

Kreta.  Die fünftgrößte Insel im Mittelmeer ist eine Welt für sich!
Zwischen Europa und Afrika gelegen, befinden sich 4 Gebirge auf der Insel:
Die Weißen Berge und das Ida Gebirge mit Gipfeln über 2400m im Westen,
das zentral gelegene Dikti Gebirge mit bis zu 2100m
und das Sitia Gebirge im Osten mit Bergen über 1400m Höhe.
Man kann von überall auf der Insel Berge sehen.
Fast ein wenig wie die Schweiz mit Meer, nur viel wärmer.

Wer interesssiert ist, sollte die Insel am Besten mehrmals besuchen.
Die schiere Größe von 260 Km Ost-West Ausdehnung mit 4 Gebirgen ermöglicht
pro Besuch lediglich lokale Kenntnisse von Sehenswürdigkeiten.
Und Sehenswürdigkeiten gibt es massenweise! Man muss nur wissen wo.
Ein Auto ist schnell gemietet und kostet etwa 50 Euro am Tag, die gut investiert sind.
 

                          Ostkreta

Sitia
Die Stadt Sitia liegt direkt am Meer in der gleichnamigen Bucht.
Es gibt bis auf den Hafen

und die venezianische Burg Kazarma,
welche im Sommer nur für Konzerte

und Aufführungen geöffnet ist,
keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten in der Stadt.

 

 

Das touristisch wenig erschlossene Umland hat allerdings ein paar Highlights zu bieten:

 

Die Ausgrabungsstätte

des minoischen Palastes von Kato Zakros

ist für Archäologieinteressierte ein Augenschmaus.
Etwa 45 Km südöstlich und

unmittelbar am Meer gelegen,

bietet die Anlage

besonders aus erhöhter Position
Einblicke in den urspünglichen Palast,

wie z.Bsp. ein Brunnenbassin in der Mitte

eines Raumes, der wahrscheinlich vor 3500 Jahren ein Thronsaal war.

Sehenswerter Nebeneffekt: in einigen mit Wasser gefüllten, rituellen Becken tummeln sich im Sommer kleine Schildkröten.

 

Am östlichen Ende der Insel, gut 25 Km von Sitia entfernt, liegt der Palmenstrand Vai.
Einigen wird der Strand vertraut vorkommen,
was sicher auch an einem Bounty-Werbespot liegt,
der hier vor einigen Jahren gedreht wurde.

 

Obwohl völlig überlaufen,

lohnt der Anblick dennoch und sei es nur,
um bei einer kleinem Pause Entspannung zu finden.

Die Taverne am Strand ist preiswert und das Esssen gut.

 

Gleich nebenan, 3 Km entfernt, befinden sich die Ausgrabungen der antiken Stadt Ithanos.
Ein verlandetes Hafenbecken und die Überreste zweier Basiliken sind noch gut zu erkennen.

 

Etwa auf halber Strecke nach Vai kommt man am Kloster Toplou vorbei,
welches nicht nur auf eine wechselvolle Geschichte verweisen kann,

sondern heutzutage besonders auf

hochwertiges Olivenöl spezialisiert ist.
Tipp: Dieses durchaus empfehlenswerte Olivenöl gibt es öfter bei uns im Discounter
und ist hier auch noch billiger.

Eine Visite lohnt, die Schlepperei aber nicht.

 

Ein weiteres sehenswertes Kloster befindet sich westlich von Sitia.
Auf der Küstenstraße E75 kommt man nach 6 Km zum Abzweig in Richtung Faneromeni-Kloster.
Die enge Straße führt zuerst zum Meer und dann eine steile Bergstraße empor.
Nach 8 Km ist man am Ziel.
Das ziemlich einsam gelegene Kloster enttäuscht auf den ersten Blick.
Über den schmalen Innenhof kommt man zu einer Treppe,

die zu einer Felsenkapelle oberhalb führt.
Davor befindet sich eine Aussichtsplattform,

die eine herrliche Aussicht auf das Meer
und den bergigen Küstenstreifen westlich davon bietet.

Allein deswegen lohnt der Besuch hier oben.

 

 

Agios Nikolaos

In der Mirabello-Bucht gelegen, kann der Ort selbst, wie auch seine Umgebung mit zahlreichen,
sehr interessanten Sehenswürdigkeiten aufwarten.
Das Wahrzeichen der Stadt und Motiv vieler Bilder und Wandmalereien ist ein kleiner See zwischen Stadtzenrum und Haupthafen.

Er ist durch einen etwa 140 Jahre alten Kanal mit dem Meer verbunden.
Am See, um welchen sich viele Sagen ranken, gibt es viele Tavernen und Cafe´s.
Bei gemütlicher Atmosphäre am Wasser kann man hier gut essen und entspannen.

Zwischen dem See und der zentralen Platia Iroon findet man eine Shoppingmeile.

Auf der Odos 28 Oktovriu und der parallel verlaufenden Odos Kunduru bieten Juweliere,

Ikonenmaler und kunstgewerbliche Holzschnitzer Devotionalien für großes

und kleines Geld an.

Meist ist es aber das große Geld, welches man für einmalige und hochwertige Handwerkskunst ausgeben kann. -Man muss aber nicht.

Tipp: Man findet in dieser Stadt fast immer einen Parkplatz am Jachthafen.
Voll in der Sonne, den ganzen Tag -das muss nicht sein!

Auf der anderen Seite des Sees, findet man oberhalb davon meistens schattige Parkplätze zwischen Häusern, vermietet vom cleveren Grundstückbesitzern zum selben Preis.

 

Nur einen Steinwurf entfernt existieren nördlich von Agios Nikolaos gleich zwei
Sehenswürdigkeiten vor der Kleinstadt Elunda.
Direkt am Strand der Stadt kann man im Meer neben dem Damm und vor der Promenade die Überreste von Mauern und Straßen der antiken Stadt Olus erkennen.

Ein Stück weiter gibt die Bucht den Blick auf die vorgelagerte Insel Spinalonga frei.
Im 17.Jh. zur venezianischen Festung ausgebaut und später

als Leprakolonie, liefert dieses Freilandmuseum ein eindrucksvolles Zeugnis bewegter Geschichte ab.

Besichtigung im Sommer täglich möglich. Überfahrt mit dem Schiff von Agios Nikolaos und Elunda ab 10Euro.

Eintritt etwa 4 Euro.

Ierapetra

Zweiter Hotspot dieser Region ist die 35 Km entfernt an der Südküste gelegene Provinzstadt.
Die südlichste Stadt Europas hat zweifellos ein eigenes Flair.

Bei ruhiger See, wenn sich die Dämmerung ab 19:30 Uhr

über das Meer legt, sollte man an der Uferpromenade

in einer Taverne oder Cafe platz nehmen und zuschauen,
wie sich das Wasser bei klarem Himmel

in ein Tuch aus Seide zu verwandeln scheint.
Wahrzeichen der Stadt ist eine venezianische Hafenfestung und der in der Nähe stehende Uhrenturm.

Tipp: Von der E75 bei Pachia Ammos nach Süden abbiegen.

Links befindet sich ein imposantes Bergmassiv
und fährt man die Staße weiter, verschwindet das Meer im Rückspiegel im gleichen Moment, wie man die Südküste voraus erkennen kann!

Hier ist mit 15 Km der schmalste Bereich der Insel.

 

Etwa 600m nach dem Abzweig in Richtung Ierapetra stehen die Ruinen der antiken Stadt Gournia auf einem Hügel direkt neben der Küstenstraße E75 mit Blick

auf die Mirabellobucht.

 

5 Km westlich von Ierapetra liegt ein kleines verschlafenes Fischedorf namens Myrtos.
Hier kann man an unberührten, feinen Kiesstränden baden und an der Strandpromenade gut und günstig essen.

 

Zwei weitere Sehenswürdigkeiten liegen westlich von Agios Nikolaos nahe beieinander:
9 Km entfernt befindet sich im Bergdorf Kritsa die älteste erhaltene byzantinsche Kirche
Panagia i Kera mit fast vollständig erhaltenen Wandmalereien aus dem 15.Jh.
Selbst für theologische Laien ist die Darstellung der Höllenstrafen an der Westwand beeindruckend!
Die 4 Euro Eintritt dienen ausschließlich dem Erhalt dieser Einrichtung.

 

 

Zum 2. Ort fährt man von Kritsa etwa 4 Km nordwärts auf einer schmalen Straße in die Berge.
Hat man alles richtig gemacht, kommt man an einem kleinen Parkplatz an und findet sich direkt am Fuß von Lato wieder, den Überresten einer dorischen Stadt aus dem 6.Jh.v.Chr., welche am Hang eines 350 m hohen Berggipfels thront.
Inzwischen sind auch hier 2 Euro Eintritt fällig.

Nach einen steilen Anstieg an alten Mauern, Mandelbäumen und duftenden Kräutern vorbei,
kommt man zu einem kleinen Plateau, dem Ortskern der einstigen Stadt.
Die Agora, eine Zisterne und ein kleines Theater sind noch deutlich erkennbar.
Von hier hat man einen Wahnsinnsausblick bis nach Agios Nikolaos und die Mirabellobucht.

Machen Sie eine Pause, genießen Sie die Aussicht, pflücken Sie ein paar Mandeln von Baum vor der Agora, riechen Sie Oregano und Thymian in der Luft und halten Sie inne

für einen Moment.

 

Tipp: Das zirpen hunderter Grillen macht den Besuch dieses idyllischen Ortes im Sommer

zu einer Nervenprobe.  Es empfielt sich, Gehörschutz zu tragen!

 

Wenn man möchte, kommt man von hier zu einem echten Highlight der Region,
der Lassithi Hochebene.
Diese sehr sehenswerte, landwirtschaftlich genutzte Ebene in 800m Höhe ist

ein von Bergen eingeschlossenes Oval mit etwa 8 km Durchmesser.
An einer umlaufenden Straße liegen mehrere Dörfer, die mit dem Hauptdorf Agios Georgios eine Gemeinde bilden.
Es gibt 2 Wege zum Lassithi Plateau: einen mit 30 km langen, aber sehenswerten Weg

von Kritsa aus und einen etwa 12km kurzen Weg mit imposanter Aussicht

von der Küstenstraße bei Stalis.
Tipp: Wer wirklich etwas sehen und erleben will, sollte beide Wege verbinden und

die Zeit dafür investieren -es lohnt sich!

Regionale Erzeugnisse sind hier oben leicht und relativ günstig zu bekommen, vor allem aber hausgemacht. Zum Beispiel Thymianhonig oder kretischer Raki, der berüchtigte Tresterschnaps.

                       Zentralkreta

Heraklion

Sie ist die Hauptstadt der Insel, das Herz Kretas.
Obwohl schon vor 3000 Jahren von den Dorern gegründet, trat die Stadt erst Anfang

des 20. Jahrhunderts aus dem Schatten der weiter westlich gelegenen Großstadt Chania heraus.
Charakteristisch für Iraklio ist eine fast vollständig erhaltene Stadtbefestigung aus dem 16.Jh.
Damals in venezianischer Hand, wurde die Stadt 21 Jahre lang von den Türken belagert und
schließlich nahezu 400 Jahre besetzt.

Erst danach, unter griechischer Ägide, wurde die wachsende Metropole durch ihre zentrale Lage und dem großen Hafen Inselhauptstadt.

 

Auf der Martinengo - Bastion

im Süden der Altstadt befindet sich

das Grab von Nikos Kazantakis,

dem Autor von Alexis Sorbas. 

Die Grabstätte ist sehr schlicht gehalten,

aber es ist ein ungewöhnlicher Ort

mit einer interessanten Aussicht auf die Stadt.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die zur Stadtbefestigung gehörende Hafenfestung Kules
und der Morosini-Brunnen im Stadtzentrum.

Im Hinterland der Stadt konzentriert sich das wirtschafliche Zentrum der Insel mit Zementfabriken, Wein -und Olivenplantagen bis zur Messara-Ebene im Süden

mit Obst -und Gemüsefeldern.

 

 

Relikte aus antiker Zeit gibt es ebenfalls zu genüge in dieser Region:
Die wohl bedeutendste Ausgrabungsstätte, der minoische Palast von Knossos,
liegt nur 6Km südlich von Heraklion und gehört zum Pflichtprogramm auf Kreta.
Der Archäologe Sir Arthur Evans begann um 1900 mit den Ausgrabungen und rekonstruierte
große Teile des Palastes mit dem Ziel, die Archäologie für ein breites Publikum erlebbarer
zu machen.

Das Resultat seiner 40jährigen Tätigkeit kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn

die wissenschaftliche Korrektheit etwas unter der kreativen Darstellung gelitten hat.

 

 

Man muss man sich immer vor Augen halten, es hier mit einem 4000 Jahre alten Gebäude
zu tun zu haben, welches bereits über Fußbodenheizung, passive Klimatisierung,
fließendes Wasser und Toilettenspülung verfügte.

Obendrein bot der Palast, mit einem selbst für heutige Zeiten modernem Architekturdesign, Erdbebensicherheit bis Stufe 8.

Wer noch mehr Geschichte verträgt, ist auf der "Ancient Road" genannten Straße 97 in Richtung Süden genau richtig.

Die Messaraebene ist auch aus historischer Sicht eine wahre Schatzkammer.

 

 

40 km von Heraklion entfernt kommt man nach Agii Deka an dem ausgedehnten Ruinenfeld der einstigen römischen Inselhauptstadt Gortina (Gortys) vorbei, deren Reste mitten in einem Olivenhain stehen.

 

Römisches Odeion mit ältestem Gesetzeskodex Europas aus dem 5.Jh.v.Chr.

Der umfangreiche Gesetzestext

ist in einem dorischen Dialekt abwechselnd

von links nach rechts umd umgekehrt auf der Nordwand des Odeion geschrieben.

Enthalten ist auch ein erstaunlich liberales Ehe -und Familienrecht.

Das ehemalige Stadtzentum ist eintrittspflichtig, kann aber mit einmaligen Besonderheiten aufwarten:
-römisches Odeion mit Gesetzeskodex
-Prätorium, der Sitz des römischen Statthalters
-Tempel des Apollo
-Theater
-Amphitheater
-Cirkus
-Labyrinth genannte Höhle von Gortyn
-Ruine der frühchristlichen Titusbasilika

 

 

Nach 20 Km wartet mit dem minoischen Palast

von Festos eine weitere Sehenswürdigkeit darauf,

erkundet zu werden.
Die Ausgrabungsstätte vom Sommerpalast des minoischen Königs ist im Kontrast zu Knossos "naturbelassen", d.h. es wurde auf Rekonstruktionen aller Art verzichtet.

Eine halbe Autostunde weiter liegt das nächste Ziel in Matala.
Das als Hippiekommune in den 60ern bekannt gewordene Küstendorf war einst Hafen für Festos und in der griechischen Myhologie der Ort, an dem Zeus in Stiergestalt die von ihm entführte Europa an Land brachte.
Die Bucht lädt zum baden ein und wird auf einer Seite von einem Kalksteinplateau mit neolithischen Höhlen begrenzt.

 

Kulinarische Angebote gibt es hier zuhauf, man hat die Qual der Wahl.
Ein kleiner Basar im Zentrum lohnt einen Besuch zum bummelm.
Handgefertigte Textilerzeugnisse sind hier relativ preiswert und feilschen ist erwünscht.

 

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