Languedoc-Roussillon

Diese Mischung macht Lust auf Meer!

 

 

 

Als sich Frankreich im 13.Jh. Okzitanien einverleibte, um mit den ketzerischen Katharern aufzuräumen, entstand über viele Jahrhunderte ein einzigartiger Mix aus 2 Kulturen,
der sich heute vom französischen Kernland kulturell, sprachlich und kulinarisch abhebt.

 

Die Region ist mehr als "nur" das größte Weinanbaugebiet der Welt.
Es ist ein harmonischer Mix aus scheinbar Gegensätzlichem,
was sich auch Landschaftlich veranschaulichen lässt:
Nördlich die Berge, Plateaus und Schluchten der Cevennen und der Ardece,
östlich das Weinanbaugebiet Langue d`Oc, im Westen das bergige Roussillon.

 

Die dem Mittelmeer zulaufenden Flüsse Orb, Herault und Rhone
sind untereinander mit einem ausgedehnten Netz von Kanälen verbunden 

und sehr präsent  im Landschaftsbild.

Dazwischen mittelalterliche Dörfer und Städte mit historischer Bedeutung,
während die Küste touristisch erschlossen ist und Retorten-Urlaubsorte dominieren.

 

Die Hauptstadt der Region, Montpellier, schlägt gekonnt den Bogen vom gestern

zum heute, was sich vor allem in den Stadtansichten bemerkbar macht:
In einer historischem Achse geht es von einem römischen Aquedukt über

die Promenade Royale du Peyru, Triumphbogen und historischer Altstadt

zum mondänen Stadtzentrum.
Die futurischische Satellitenstadt Paillade spannt den Bogen in die Zukunft weiter.
Tipp: Preiswert essen kann man in mehreren Restaurants am Place Jean Jaures.

Kaum 100km entfernt, im eingangs beschriebenen Norden, führt ein regelrechtes Weltwunder in diese Region: Das Viaduc de Millau ist die höchste Brücke Europas.
Mit Pfeilern bis 340m Höhe und der Fahrbahn in max 270m über dem Tarntal kommt man

in die Cevennen.
Erst vom Ort Millau, 5 Km weiter, kann man die monumentale Dimension des Bauwerkes wirklich erkennen.

 

 

40km Richtung Süden liegt etwas versteckt

in der Landschaft der Cirque de Navacelles,
ein Talkessel, den der Fluss Vis 400 m tief

in das Karstgestein gegraben hat.
Von einer Anhöhe kann man das Örtchen

Saint-Maurice-Navacelles im Talkessel betrachten.

 

 

Im östlichen Langue d´Oc gibt es mit den römischen Städten Nimes und Arles,

sowie der Papstresidenz Avignon gleich 3 sehenswerte Städte:

 

In Nimes steht ein römisches Amphitheater im Stadtzentrum, ganz in der Nähe

die Maison Carree, einer der am besten erhaltenen Tempel des Römischen Reiches

aus dem 1.Jh., sowie der Park Jardin de la Fontaine mit den Ruinen des Dianatempels.
Ein paar Kilometer weiter gehört das gut erhaltene Aquedukt Pont Du Gard,

eine römische Überland-Wasserleitung, ebenfalls zur Geschichte dieser Stadt.

Arles liegt 30km südlich und lässt sich treffend zusammenfassen in: Antike meets Altstadt.
Im Zentrum der Stadt säumen sich Kaffees, Restaurants und Souveniergeschäfte rund um

das Amphitheater, welches heute noch an Feiertagen zum Stierkampf genutzt wird.

9 Euro sind den Eintritt wert.

Wenn man etwas Glück hat, kann man den Musiker

Oleg Bondareko vor den alten Mauern spielen sehen

und hören. Wem das virtuose Gitarrenspiel gefällt,

sollte unbedingt eine CD bei ihm kaufen.

 

Die anschließenden Gassen und Straßen sind allesamt sehr malerisch, was für den im 19.Jh. hier lebenden

Vincent van Gogh eine tägliche Quelle der Inspiration

gewesen sein muss.
Die Erinnerung an diesen großen Maler ist in Arles

noch immer allgegenwärtig.

 

Tipp: Prima essen kann man im Restaurant La Mamma

in der Rue de l`Amphitheatre.

 

Eine halbe Autostunde nördöstlich liegt Avignon, im 14-15.Jh. Sitz der Päpste.
Der gotische Papstpalast und die mittelalterliche Altstadt ist von einer intakten Verteidigungsmauer umgeben, was die Stadt martialischer aussehen lässt, 

als sie tatsächlich ist.
Zusammen mit der Brücke Pont St. Benezet gehört das Ensemble zum

UNESCO Weltkulturerbe.
Der Eintritt zum fast leeren Palast kostet 11 Euro, die Brücke mit Kapelle kostet Extra.
Tipp: Am Place Crillon kann man in mehreren Restaurants preiswert essen.

Ein weiteres Weltkulturerbe befindet sich 160Km westlich im Roussillon in der Stadt Beziers.
Sie ist eine sehr alte Stadt mit reizenden Seiten, welche im 17.Jh. vom Bau des Canal Du Midi besonders profitierte:
Eine bis heute aktive, 6-stufige Kanalschleuse, die das Niveau 13m anhebt und somit das überqueren des Flusses Orb über eine Kanalbrücke ermöglicht.
Ein 1983 parallel zur alten Schleuse gebautes Schiffshebewerk wurde 2001 wegen andauerndern technischen Problemen außer Betrieb genommen...
Tipp: Kanalrundfahrten starten am Quai Du Port Neuf oder beim Traverse de Columbiers und dauern mehrere Stunden. Der Preis beträgt etwa 50 Euro pro Person.

In Umland von Beziers  kann man einiges entdecken:

Die Ruine der Chapelle Notre Dame de Badones oder die römische Brücke von

Saint Thibery mit benachbarter Mühle aus dem Mittelalter.

Etwa 90Km westlich steht die größte erhaltene Festung der Katharer:
Carcassonne gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Der imposante, aus mehreren Mauern bestehende Verteidigungsring umschließt

die mittelalterliche Altstadt.
Eine Burg, die Basilique St. Nazaire, Restaurants und Souveniergeschäfte

sind etwas überlaufen, aber sehenswert.

Tipp: Auf halbem Weg dorthin kommt man an den ehemaligen Katharerfestungen Minerve und Lastours sowie bei Narbonne am Kloster Abbaye de Fontfroide vorbei.

 

Minerve ist heute eines der schönsten Dörfer Frankreichs, aufgrund seiner Lage auf einem Fels zwischen den Flüssen

Brian und Cesse.

Die erste Besiedlung geht auf frühchristliche Zeit zurück.

Der Ort wurde im 12.Jh. von den Katharern zur Festung ausgebaut.

Heute ist von der Verteidigungsanlage fast nichts mehr zu sehen.

Im Jahre 1210 war Minerve die letzte Fluchtburg der Katharer.

Sie fiel nach mehreren Wochen Belagerung.

140 Einwohner fielen einem Massaker der Kreuzritter

zum Opfer.
Unterhalb des Ortes ist das Flussbett begehbar und führt zu mehreren Höhlen.

 

Die Chateaux des Lastours sind ein Verteidigungssystem von 4 Bergfrieden vom 11.-12.Jh. auf einem Bergkamm.
Ihre exponierte Lage 200m über dem Ort

macht sie schwer zugänglich.

6 Euro Eintritt werden am Eingang im Ort fällig.
Der ungestörte Rundumblick entschädigt für einen mühevollen Aufstieg.

 

Das Kloster Abbaye de Fontfroide wurde

im 11.Jh. gegründet und gilt als eines der
besterhaltensten Zisterzienser-Klöster überhaupt.

11 Euro Eintrittsgebühren dienen dem Erhalt der Gebäude.
Der Kreuzgang des 12.Jh. ist einer der schönsten, die ich je sah.

70Km weiter südlich liegt Perpignan, die Hauptstadt des Departements Pyrenees-Orientales.
Die spanische Grenze ist nur 30Km entfernt, die Pyrenäen sind bereits zu sehen.
Perpignan war bis ins 14.Jh. Sitz der Könige von Mallorca, deren später zur Festung ausgebauter Palast auf einem Hügel oberhalb der Altstadt ermöglicht einen guten Ausblick über die ganze Gegend bis zum Gebirge.
In der Altstadt ist noch das Stadttor Le Castillet aus dem Mittelalter erhalten.
Tipp: Nicht weit davon, am Place Francois Arago kann man im Restaurant La Roma

ausgezeichnet essen.
Ansonsten verfügt die Stadt über eine unübersichtliche Straßenführung, ist aber trotzdem sehenswert.

Überhaupt erfordert der Verkehr und die Verkehrsführung maximale Aufmerksamkeit:
Kreisverkehre sind oft mehrspurig und werden von Franzosen meist

auf dem kürzesten Weg durchfahren.
Ampeln können ebenfalls mitten im Kreisverkehr auftauchen, was schwierig zu erkennen ist, wenn man ganz innen fährt.
In alten Städten dominieren Einbahnstraßen, Navigationssyteme können nicht immer

Schritt halten.
Parkhäuser sind äußerst eng, viele Parkplätze nicht nutzbar.
Wenn man all das berücksichtigt, steht einem entspannten Ausflug nichts mehr im Weg.

 

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und entdecken Sie die okzitanische Mittelmeerküste!

 

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